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 Profisport

  • Januar 21st, 2011
  • 10:28 pm

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Der US-Volkssport American Football hat an diesem Wochenende mit den Play-Offs begonnen. Ein guter Zeitpunkt um über die Unterschiede beim Profisport zu schreiben. In Deutschland ist das ja ganz einfach. Vereine gründen einen Verband, in dem sich die Funktionäre hinter den Kulissen bis zum Anschlag in Intrigen und politischen Spielchen ergehen. Der Verband organisiert die Liga, in der alle Vereine zwei Mal gegeneinander spielen (mit wechselndem Heimrecht). Wer am Ende die meisten Punkte hat steigt auf bzw. wird Meister, wer schlecht spielt steigt ab. Im Eishockey gibt es eine Doppelrunde, also 4 Begegnungen zwischen den Teams, und anschließend ein Play-Off.

Ein Verein besteht aus Mitgliedern, die demokratisch ihren Präsidenten wählen. Im Profisport ist es inzwischen üblich, dass diese Vereine Firmen für den Profisport gründen. Je nach Sportart und Land werden auch Anteile an andere Eigentümer verkauft. Im deutschen Fußball jedoch gilt die 50+1-Regel, so dass der Verein Mehrheitseigentümer an der Gesellschaft sein muss. Der englische Fußball wiederum ist voller Beispielen von privaten Eigentümern, so gehört z.B. Manchester United der Glazer-Familie, der auch das American Football Team Tampa Bay Buccaneers gehört. Das führte wiederum zu großen Protesten und der Gründung eines neuen Vereins mit ähnlichem Namen, dem FC United of Manchester, der sofort mit der Gründung einen weltweiten Kultstatus unter Fußball-Traditionalisten bekam und sich immerhin schon von der 10. englischen Liga in die 7. Liga hochspielte. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Hier in Nordamerika ist Profisport ähnlich einfach gestrickt, jedoch ganz anders. Profimannschaften haben keinen Verein als Hintergrund, sondern sind eine Firma mit rein kommerziellen Interessen. Einen Verband gibt es nicht, eine Liga ist ebenfalls eine Firma. Auf- und Abstieg gibt es nicht, es gibt jedoch sogenannte Farmteams, in denen große Mannschaften ihren Nachwuchs zur Ausbildung parken können. Ligen mit Farmteams sind zum Teil eng an die „großen“ Ligen gebunden, der Eigentümer eines Teams kann durchaus auch identisch mit dem Eigentümer eines Farmteams seins.

Das Wort Verein wird im Profisport durch das Wort „Franchise“ ersetzt. Rekordtorschütze in der Vereinsgeschichte heißt also z.B. „Scoring record in the franchise history“. Dieses Franchise kann aus rein wirtschaftlichen Gründen den Standort wechseln, wie viele von uns seit dem Film „Die Indianer von Cleveland“ wissen. Oft locken Städte die Teams mit Versprechungen wie z.B. einem neuen Stadion etc. Solche Standortwechsel lösen bei uns natürlich erst einmal Verwunderung oder Bestürzung aus. Jedoch wurde in Deutschland schon aus den München Barons die Hamburg Freezers. Aber gut, das war im Eishockey, und die Strukturen im deutschen Eishockey sind ähnlich stabil wie in der italienischen Politik.

Ungewöhnlich für uns Europäer ist auch das Transfersystem. Natürlich gibt es auch hier Spieler, die nach Ablauf ihres Vertrags frei den Verein wechseln können. Diese werden hier free Agents genannt, sind jedoch seltener anzutreffen als in Europa nach dem Bosman-Urteil. Je nach Liga gibt es zum Teil auch noch Auflagen oder eine Kompensation für das ehemalige Team des Spielers.

Allerdings kann ein Team nicht beliebig neue Spieler aus anderen Mannschaften verpflichten, wie wir dies (oft durch Zahlung gegen eine Ablösesumme an den derzeitigen Verein) kennen. Hier gibt es einmal im Jahr den sogenannten Draft, bei dem Nachwuchsspieler verpflichtet werden, und an der alle Vereine einer Liga teilnehmen. Die Reihenfolge ist umgekehrt zum sportlichen Erfolg, d.h. der schwächste Verein darf sich den vermeintlich stärksten Spieler sichern. Dadurch soll schwachen Teams die Chance gegeben werden sich an die starke Konkurrenz wieder heranzuarbeiten. Jedes Team darf mehrere Spieler auswählen, folglich findet der Draft in mehreren Runden statt.

Das hat auch einen gewissen Hauch von Menschenhandel, da gedraftete Spieler oft sofort von den Vereinen getauscht, ohne dass diese jemals das neue Trikot auch nur einmal in einem Spiel überziehen. Die Spieler haben hier nicht besonders viel zu melden, mir ist nur Eric Lindros bekannt der den Aufstand wagte und sich in 2 Ligen beim Entry Draft weigerte, für den neuen Verein zu spielen. Im ersten Fall wurde er sofort weiterverkauft. Der Verein der ihn für die NHL draftete, die Quebeck Nordiques, wollten den angehenden Superstar dennoch für sich spielen lassen, was der Sturkopf damit beantwortete, dass er weiter für seinen aktuellen Verein in einer unterklassigen Liga weiterspielte.

Im nächsten Jahr kauften ihn die Philadelphia Flyers für 15 Millionen US$ und 6 Spieler des aktuellen Kaders von den Nordiques ab. Auch das Recht des ersten Drafts der nächsten beiden Saisons ging an die Nordiques über. Inzwischen nennt sich dieses Team Colorado Avalanche und hat seither zwei Mal die Meisterschaft gewonnen, der damalige Deal war Grundlage für diesen Erfolg.

Phyladelphia war vermutlich weniger glücklich mit dem Wunderkind Lindros. Auch wenn er starke Leistungen zeigte konnte er die Hoffnungen auf den nächsten Wayne Gretzy, der beste Eishockeyspieler aller Zeiten, nicht erfüllen. Das liegt aber auch an den 8 Gehirnerschütterungen, die Lindros im Laufe der Zeit sammelte.

Auch Wayne Gretzy musste sich schon auf negative Art und Weise mit dem Transfersystem auseinandersetzen. 2 Stunden nach einer weiteren Meisterschaft mit den Edmonton Oilers musst er erfahren, dass ihn der Teambesitzer aufgrund schlecht laufender Geschäfte in anderen Firmen verkaufen will. Kanada war ab diesem Zeitpunkt vermutlich mehr in Aufruhr als Tokyo bei einer Invasion von Godzilla. Am Ende wurde er und zwei andere Spieler von den LA Kings gekauft - für 2 Spieler aus deren Kader, 15 Millionen US$ und die Erstrunden-Drafts (der Kings) der Jahre 89, 91 und 93. Der so von den Kings erstandene Erstrunden-Draft 89 wurde übrigens von den Oilers erst gar nicht wahrgenommen, sondern wanderte in einem weiteren Geschäft zu den New Jersey Devils.

Gretzky gab in Edmonton unter Tränen eine Pressekonferenz, die Zeitungen in Edmonton erschienen mit Trauerflor. Durch diesen Transfer wurde Eishockey in den USA jedoch deutlich bekannter und beliebter. Gretzky spielte sich weiter zur lebenden Legende, sammelte Rekorde und schoss ungebremst Tor um Tor, für einen weiteren Titel reichte es jedoch nicht mehr.

Das Transfersystem ist übrigens nicht der einzige Punkt, in dem die Liga für Chancengleichheit sorgen will. Es gibt Gehaltsobergrenzen, die dafür sorgen dass ein Team nicht zu viele Stars im Kader sammeln kann, auch partizipiert das Gast-Team an den Zuschauereinnahmen des Gastgebers. Dies ist je nach Liga unterschiedlich stark ausgeprägt. VIP-Logen sind davon jedoch meistens ausgenommen.

Für traditionsbewusste Sportfans aus Europa hört sich vieles davon sehr abenteuerlich an. In einem Punkt ist Europa jedoch viel kommerzieller als amerikanischer Sport: Ob NFL, NBA, MLB oder NHL: Hier gibt es keine Trikotwerbung!

[Achim]

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